Holz und Denkmalschutz: nachhaltige Bauprojekte erhalten Gold

19. Januar 2023


Einst vom Wall Street Journal als “The Oscar of the Property world” geadelt, ist der renommierte, international verliehene FIABCI Prix d’Excellence zu einer besonders begehrten Auszeichnung geworden, die mittlerweile in 20 Ländern vergeben wird. So auch in Deutschland.

Von Mira Schnittger

Im November 2022 wurde der Preis für herausragende Bauprojekte zum neunten Mal in Deutschland verliehen, zusammen initiiert von FIABCI (International Real Estate Federation) und dem BFW (Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen). Die Projektentwickler und Bauherren ließen sich von der allgemeinen Krisenstimmung in der Immobilienbranche nicht beeinflussen. Die eingereichten Projekte aus den Bereichen Wohnen und Gewerbe kamen aus ganz Deutschland und waren zahlreich. Die professionelle Jury, darunter auch Carolin Hegenbarth, Geschäftsführerin des IVD Bundesverbands, setzte sich aus Expertinnen und Experten zusammen, die mit ihren fundierten Erfahrungen aus den Bereichen Projektentwicklung, Bauwesen und Immobilienwirtschaft die Gewinner kürten. „Entscheidend für das Jury-Votum ist ein erfolgreich umgesetztes Gesamtkonzept aus Architektur, Nutzung, Wirtschaftlichkeit, urbaner Integration, Nachhaltigkeit und Innovation“, erklärt Michael Heming, Präsident von FIABCI Deutschland und Mitglied der Jury, die Kriterien bei der Preisvergabe.

Beim Blick auf die eingereichten Projekte zeigt sich dann auch, dass immer mehr nach dem Cradle to Cradle-Prinzip gebaut wird, also vermehrt auf Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit geachtet wird. Dabei werden industrielle Brachflächen revitalisiert und Bestandsgebäude umgenutzt, aufgestockt und zeitgemäß ausgebaut.

1. Preis Gewerbe: EDGE Suedkreuz

Wer die Gegend um den Berliner Bahnhof Südkreuz kennt, weiß, dass es dort in den letzten Jahren zu vermehrter Bautätigkeit gekommen ist. Brachen wurden bebaut, Lücken geschlossen, zahlreiche Gebäude für modernes Arbeiten und urbanes Wohnen sind entstanden und entstehen noch. In die Reihe der Geschäftsgebäude reiht sich das siebengeschossige Büroensemble EDGE Suedkreuz ein, diesjähriges, mit Gold geehrtes Gewinnerprojekt der Kategorie Gewerbe des Prix d’Excellence Germany. Die zwei freistehenden Gebäude des Ensembles wurden in modularer Holz-Hybrid-Bauweise errichtet, die dafür sorgt, dass 80 Prozent CO2 pro Quadratmeter Nutzfläche eingespart werden. Das leichte, lange haltbare Material Holz sorgt zudem für ein dauerhaft gesundes Raumklima. Überzeugt war die Jury nicht nur von der eindeutigen Nachhaltigkeit von EDGE Suedkreuz, sondern auch vom Atrium, das mit vier baumähnlichen Gebilden, die untereinander und mit den Etagen verbunden sind, und einer transparenten Überdachung für einen organisch wirkenden, lichtdurchfluteten Raum mit hoher Aufenthaltsqualität sorgt.

1. Preis Wohnen: G.O.L.D. Gartenstadt Olympisches Dorf von 1936®

Der erste Platz auf dem Siegertreppchen des Bereichs Wohnen zeichnet sich durch die Integration von bereits bestehenden, denkmalschutzgeschützten Gebäuden und der Wiederherstellung des ursprünglichen landschaftsplanerischen Konzeptes aus. Auf dem Gelände des Olympischen Dorfes in Wustermark bei Berlin entstand G.O.L.D. Gartenstadt Olympisches Dorf von 1936® — ein Areal mit 365 Wohnungen in zwei Denkmalen, im „Speisehaus der Nationen“ und dem Heizhaus (heute Haus Central), sowie in 20 Neubauhäusern (1. Bauabschnitt).

Letztere orientieren sich in ihrem Erscheinungsbild an den historischen Athletenunterkünften und sind fächerförmig zum Haus Central angeordnet, auf das sie optisch zustreben. Nicht nur die kritische Auseinandersetzung mit bauhistorischem Erbe gefiel der Jury, sondern auch die Ergänzungen des neuen Wohnviertels um Gemeinschaftsflächen und -räume, einen musealen Rundgang sowie um Spielplatz, Sportpfad und Ortsteiltreffpunkt für die Gemeinde.

 

Foto: Michael_Fahrig