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„Ich danke Ihnen von Herzen … und Mama sicher auch“

Vivien Hermel gründete mit 25 Jahren ihr eigenes Immobilienunternehmen „Living in Berlin“, wird voraussichtlich ab Mitte Oktober Sachverständige für Immobilienbewertung sein, kümmert sich ehrenamtlich um den Nachwuchs im Vorstand des IVD Berlin-Brandenburg und engagiert sich seit Sommer nun auch im Vorstand des IVD Sozial. Viele Kolleginnen und Kollegen loben sie für ihr Engagement, aber auch immer wieder kommt die Frage: „Warum tust Du Dir diesen ganzen zusätzlichen Stress an?“ Auch wir wollten es genauer wissen.

Interview mit Vivien Hermel

Frau Hermel, wir treffen Sie meistens auf Weiterbildungslehrgängen, Veran-
staltungen, Sitzungen, After-Works und jetzt sind Sie auch beim IVD Sozial aktiv. Wieso?

Darauf gebe ich immer die gleiche Antwort: Aus eigener Erfahrung! Ich bin in einer Vorzeigefamilie aufgewachsen. Zusammen lebte ich mit meinem jüngeren Bruder und meinen Eltern in unserer wunderschönen Hauptstadt, später in einem Vorort. Wir waren eine Familie wie aus dem Bilderbuch: Meine Eltern glücklich verheiratet, die Kinder gesund, die Familie hatte sich den Traum vom Eigenheim erfüllt. Und auf einmal kam alles anders. Meine Mutter wurde krank und starb kurz darauf, noch viel zu jung. Das hat meinen Blick auf die Welt verändert.

Was ist passiert?

Es war 2012. Ich hatte im Jahr zuvor mein eigenes Immobilienmaklerbüro gegründet, das sich schnell gut entwickelte. Ich bekam von meinem (inzwischen Ex-) Mann einen Heiratsantrag und alles lief perfekt. Doch dann wurde unser Leben komplett umgekrempelt: Anfang des Jahres klagte meine Mutti immer wieder über dicke Beine und Schmerzen. Trotz Ruhens und Hochlegens wurde es nicht besser. Da es in unserer Familie bereits Fälle von Wasser im Körper gab, schickte mein Vater sie im Frühjahr zum Hausarzt. Dieser machte ein großes Blutbild und überwies sie sofort ins Krankenhaus — in die Onkologie. Nach diversen Untersuchungen und wochenlanger Ungewissheit kam die schreckliche Diagnose: Leukämie!

Wussten Sie in dem Moment, was das konkret bedeutet?

Zuerst natürlich nicht richtig, wir waren nur geschockt, dass es Krebs ist. Wir hatten leider schon sehr viele Fälle von Krebs in unserer Familie, bis auf einen verliefen alle tödlich. Doch die Ärzte und Schwestern machten uns Mut: Gott sei Dank im Anfangsstadium, Gott sei Dank keine seltene Art, Gott sei Dank heilbar! Wir wollten daran glauben, dass alles wieder gut werden würde und hofften das Beste.

Wie sah die Therapie aus?

Sie bekam zunächst eine Chemotherapie. Das war eine Tortur. Jeder, der eine solche Diagnose in seinem Leben bekommen hat oder einen nahen Angehörigen mit der Diagnose Krebs hat oder hatte, wird verstehen was ich meine: Unzählige Behandlungen und Untersuchungen, Übelkeit, Schmerzen, Haarausfall. Es ist schrecklich wenn man nicht helfen kann, wenn man vollkommen hilflos daneben sitzt und nur die Hand halten, aber weder den Schmerz noch das Leid lindern kann. Doch trotz der ganzen Strapazen, vertrug meine Mutti die Behandlung im Großen und Ganzen gut.

Also schlug die Chemotherapie an?

Ja, und da keine Krebszellen mehr auffindbar waren, galt sie nach der ersten Chemo als „geheilt“. Zur Sicherheit wurde uns von den Ärzten angeraten, eine zweite Chemo durchzuführen und anschließend eine Knochenmarkstransplantation. Wir wollten kein Risiko eingehen, vertrauten den Experten und stimmten zu.

Wussten Sie zu diesem Zeitpunkt, was eine Knochenmarkstransplantation ist?

Ein wenig hatten wir uns darüber schon informiert. Es ist ja klar, dass man erst mal recherchiert, was da so auf einen zukommt, wenn man die Diagnose hört. Man eignet sich gefährliches Halbwissen mittels Google an und wird noch verunsicherter. Nachdem wir uns dann sehr viel belesen und auch beraten lassen haben, kam natürlich auch die Frage auf, ob es überhaupt geeignete Spender geben würde. Das ist ja meistens dann das nächste große Problem.

Konnte ein Spender für Ihre Mutter gefunden werden?

Ja, und es ging sogar ziemlich schnell. Mit Hilfe der DKMS (Anm. d. Red.: einer gemeinnützigen Organisation, die Stammzellspenden an Patienten vermittelt), wurde innerhalb weniger Wochen ein Spender für die nötige Knochenmarks-
transplantation gefunden.

Wie lief die Transplantation ab?

Leider kam es dazu nicht mehr. Denn während der zweiten Chemo ging es meiner Mutti zusehends schlechter. Sie hatte sich eine Erkältung eingefangen und hustete ohne Ende. An einem Samstagabend, ich war gerade auf einem Polterabend von Freunden, kam der Anruf von meinem Vater: „Mama wurde ins Koma gelegt!“. Ich ließ alles stehen und liegen, sammelte meinen Bruder ein und fuhr zu meinem Vater. Wir sind aus allen Wolken gefallen. Schließlich hatte man uns permanent gesagt, dass es ihr gut geht und sie alles gut verkraftet und nun das. Wir wussten nicht, was wir tun sollten. Ab da ging die eigentlich schlimmste Zeit los. Jeden Tag war mein Vater zweimal im Krankenhaus. Wir telefonierten nach jedem Besuch. Und jeden Tag gab es ein Hin und Her, ein Auf und Ab. „Es geht ihr besser, sie können sie bald zurück holen“, „Jetzt geht es ihr gar nicht gut, die Werte stimmen nicht“ und so weiter.

Nach einer Woche wollten die Ärzte meine Mutti aus dem Koma holen, doch sie stellten bei der Untersuchung vorher fest, dass sie einen Virus oder einen Bakterienbefall bekommen hatte, das weiß bis heute keiner. Viren oder Bakterien hatten sich auf den Herzklappen festgesetzt und wurden von dort zu sämtlichen Organen transportiert. Das war der Anfang vom Ende.

Es folgten zwei Wochen des Bangens und Hoffens, doch nichts wurde besser. Am Morgen des 31. August 2012 sollten wir ins Krankenhaus kommen und entscheiden, ob die Maschinen ausgeschaltet werden.
Seit diesem Tag ist meine Mama nur noch in unseren Herzen zu finden!

Sie engagieren sich seitdem für die DKMS …

Für meine Mutti gab es bereits einen Spender und wäre sie aus dem Koma wieder wach geworden, wäre sie heute vielleicht dank der Hilfe der DKMS gesund. Es war der Wunsch meiner Mama, dass sich die ganze Familie bei der DKMS registrieren lässt — das haben wir getan. Außerdem spende ich regelmäßig Geld.

… und das tun sie auch über den IVD Sozial.

Ja, und ich bin froh, dass ich im Vorstand noch mehr Menschen auf die Arbeit der DKMS aufmerksam machen kann. Wir sind eine starke Branche und wir können über den IVD Sozial zeigen, dass wir unsere Verantwortung kennen und uns engagieren. Ich bin sehr stolz, dass sich so viele unserer Mitglieder einbringen und in der Vergangenheit schon viel bewegt worden ist. Aber da geht noch mehr!

Klingt nach einem Aufruf.

Allerdings! Wenn Sie noch nicht registriert sind — registrieren Sie sich bitte! Es ist so einfach, tut nicht weh und kostet kein Geld. Wenn Sie sich nicht registrieren lassen wollen, können Sie die DKMS auch finanziell unterstützen. Auch das hilft sehr weiter. Ich danke Ihnen von Herzen und Mama sicher auch.

Frau Hermel, wir danken Ihnen für das Gespräch. (ivd)

 

Spenden Sie jetzt ganz einfach online für die DKMS:
ivd.net/ivd-sozial

IVD entwickelt „Digital Kompass“ für die mittelständische Immobilienwirtschaft

  • Mrz 3, 2017
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Berlin, 3. März 2017 – „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Das birgt Gefahren, aber auch Chancen. Wer den Digitalisierungsprozess nutzt, arbeitet professioneller, erlangt Hoheit über seine Daten, optimiert seine Prozesse und geht so gestärkt auf den Markt. Unser Digital Kompass verfolgt genau dieses Ziel.“ Das sagte Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, gestern Abend am Rande eines Expertenworkshops. 70 Spezialisten aus Immobilienunternehmen, Softwareunternehmen und Start-ups folgten der Einladung des IVD, um über die besten digitalen Lösungen für die Immobilienbranche zu diskutieren.

 

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